29.09.2023

Meine eigene Hochzeit!

Omg, ich kann es immer noch nicht glauben, wenn ich an den Tag zurückdenke. Ich bin so dankbar für alles, was an unserer Hochzeit passiert ist.

Es ist wirklich, wie immer alle sagen: Der Tag rast wie im Film nur so an einem vorbei und wenn man sich dann später die Bilder und Videos anschaut, kann man sich nur schwer vorstellen, dass man das wirklich alles erlebt hat.

In diesem Beitrag möchte ich als erfahrene Hochzeitsfotografin davon erzählen, wie es mir als Braut ging. Auf der anderen Seite der Kamera. Sowohl in der Vorbereitung, als auch in der Situation als Braut und ich möchte euch erzählen, was wir bei unserer Hochzeit anders gemacht haben, als viele andere Paare, die ich bisher begleiten durfte. Was auf gar keinen Fall heißen soll, dass ich andere Hochzeiten weniger mag. Aber jeder tickt ja irgendwie anders und ich finde es schön, wenn das auch bei der eignen Hochzeit zu sehen ist.

Kurz als Hinweis: Alle Dienstleister habe ich verlinkt, falls ihr da Interesse habt. Alle professionellen Bilder sind von unserer Fotografin Marina Welp. Alle anderen Aufnahmen sind privat von unseren Gästen entstanden.

 

Aber fangen wir mal ganz am Anfang an.

1. Die Vorbereitung

Die Vorbereitung war ein auf und ab der Gefühle. Ich kann heute mit lachendem Unterton sagen: Ja, ich bin eine Coronabraut! Sowas von. Verlobt sind wir seit 2017 glaube ich. Irgendwann im Jahr 2019 wollten wir es dann angehen und sahen unser 10-Jähriges als schönen Anlass. Blöd nur, dass wir gar keinen speziellen Tag dafür hatten. Aber dank der Kommunikationsmittel, die es zu dieser Zeit gab und dank meines (jetzt)Mannes, der immer alles aufbewahrt und sortiert, haben wir in unseren SMS´n von damals gestöbert und uns an einem Winderabend für den 29.1.2011 entschieden. Ich dachte bei der Hochzeitsvorbereitung direkt: Geil, wir heiraten dann also im Januar, da hab ich eh wenig zutun mit meiner Arbeit als Fotografin und wir könnten danach direkt in unsere Flitterwochen (was in der Hauptsaison nicht zu denken gewesen wäre). Also stand der Tag: Der 29.1.2021 sollte es sein. Und ihr wisst ja, was passierte. Wir haben im Sommer 2020, als wir gerade dabei waren unsere Einladungskarten zu verschicken, direkt gemerkt, dass dass ne lange Reise werden könnte und haben uns glücklicherweise dafür entschieden, auf den Einladungen einen Link unserer Hochzeitshomepage mit draufzudrucken, damit wir flexibel sind. Und das war auch gut so. Vom Januar 21 haben wir dann auf Januar 22 verschoben, von da aus dann zu September 22, weil wir Angst hatten, im Januar 23 wieder von Corona zurückgedrängt zu werden.

Der Vorteil an Corona war: Zeit. Wir hatten unfassbar viel Zeit in der Vorbereitung, so dass wir so viel selbst basteln und organisieren konnten, wie kaum jemand anders. Unsere Ideen sprudelten nur so raus. Immerhin 1,5 Jahre. Das ist schon krass. Im folgenden hab ich die für mich wichtigsten Punkte rausgesucht, welche wir für uns besonders fanden und die Hochzeit zu UNSERER Hochzeit gemacht haben. Ich kann nur so viel sagen: Ich hab sämtliche Abende mit Pinterest verbracht und war so kreativ wie nie. Im Nachhinein würde ich unser Motto als  „Selfmade-DIY-Hochzeit zwischen Rätseln und Boho-Romantik“ bezeichnen. Aber das hatten wir gar nicht so geplant, es kam einfach dabei heraus.

 

2. Die Gästeanzahl

Mein Mann und ich haben eine sehr große Familie. Hätten wir alle Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen eingeladen, wären das alleine 214 Personen gewesen. Wir wussten direkt: Das wollen wir nicht. Wir wollten eine Hochzeit, bei der man sich in Ruhe mit allen Gästen unterhalten kann. Eine Hochzeit, bei der man sich wohl fühlt und weiß, man hat seine Lieblingsmenschen um sich und man sich nicht über Onkel Bob aufregen muss, der genervt ist, weil es vegetarische Schnitzel gibt. Ok, das ist vielleicht ein wenig überspitzt aber ihr wisst bestimmt, was ich meine. Es fiel uns überhaupt nicht schwer, unsere Gästeauswahl zu treffen. Wir haben nämlich einfach die Menschen eingeladen, mit denen wir sowieso immer in Kontakt sind. Das klingt vielleicht hart. Aber es ist unsere Entscheidung. Wir haben tatsächlich auch teils negative Kommentare abbekommen, die uns aber nur mehr darin bestärkt hatten, unsere Hochzeit so zu gestalten, wie wir es haben möchten. Und ich muss auch sagen, dass ich so froh bin, erst mit 31 geheiratet zu haben. Denn mit 24 hätte ich garantiert nicht so straight zu unserer Entscheidung stehen können. Der Plan stand also: Knapp 50 Einladungen müssen raus.

3. Die Einladungskarten

Ich fing an zu überlegen. Felix liebt Rätsel und ist ein Genie im raten! Also stand schnell fest: Es musste ein Rätsel sein. Auf dem Foto erkennt ihr, wie wir das Rätsel aufgebaut haben: Unsere Gäste haben es wirklich gefeiert. Das hat uns mega gefreut. Ich wollte in den Einladungskarten aber auch noch ein bisschen was von mir mit einfließen lassen. Deshalb hab ich mich dafür entschieden, meinem ganz ganz engen Circle persönliche Texte zu schreiben. Hier hole ich nicht weiter aus aber die ein oder andere Träne sind geflossen. Natürlich mussten auch noch persönliche Bilder mit auf die Einladung: Ich wollte unbedingt, dass man erkennt, wie lange wir schon Zeit miteinander verbracht haben. Ich hab dann einfach zwei Selfies genommen. Ein aktuelles und eines, wo wir ganz frisch zusammen waren, süße 19 Jahre jung. Zusätzlich habe ich ein Bild von unserem Verlobungsshooting genutzt, welches wir 2018 auf Mallorca mit Steffen und Christin gemacht haben.

4. das Kleid & der Anzug

Ich konnte es nicht abwarten, mir mein Kleid auszusuchen. Das war wirklich das erste, was ich getan hab. Ungelogen. Der Tag, an dem die Regierung bekannt gab, dass es eine Ausgangssperre geben wird, war der Tag, als ich im Auto vor dem Brautkleidladen saß. Das war im März 2020.

Ich hatte im Vorfeld eine genaue Vorstellung: Rückenfrei, Rückenkette, „Hängeärmchen (kein Plan, wie der Fachausdruck dafür lautet), Boho-Stil, luftig, locker, Spitzenunterteilungen am Kleid und ganz wichtig: Ein Schlitz. Man sagt ja, dass es nicht gut ist, wenn man so genaue Vorstellungen hat. Das mag für die Schneiderin bzw. Verkäuferin stimmen aber ich muss sagen, dass es für mich mega wichtig war! Ich hab mir nämlich direkt einen ganz kleinen im wahrsten Sinne des Wortes „süßen“ Laden ausgesucht, der sich auf Vintage und Boho-Brautmode spezialisiert hatte. Das Süß. Ich hatte ca. 7 Kleider an und hab mich schnell entschieden, da meine Mama und meine Schwester auch direkt meinten: Genau das bist du. Da ich aber nie so teure Entscheidungen spontan treffe, habe ich von allen Favoriten Bilder gemacht und mir die Nacht den Kopf zerbrochen. Mich dann einen Tag später aber zum Glück entschieden. Es lief also definitiv anders ab, als man das aus diversen TV-Sendungen kennt. Keine Tränen und kein Sekt anstoßen. Dabei hätte ich mich auch total unter Druck gesetzt gefühlt. Die liebe Besitzerin Domi hat mein Kleid dann bestimmt noch 5 mal umgenäht, bis es dann perfekt für mich war. Sie hat wirklich jeden meiner Wünsche umgesetzt, so dass ich sagen kann: Das ist mein Traumkleid! Noch Heute, im September  2023, hängt es in unserem Schlafzimmer, so dass ich es mir jeden Tag ansehen kann. Und es wird definitiv nicht nur einmal in Benutzung sein. Mindestens einmal im Jahr möchte ich reinschlüpfen. Hab ich mir jedenfalls so vorgenommen =)

Felix wollte, im Gegensatz zu mir, nicht so viel Geld für einen Anzug ausgeben. Wir sind dann tatsächlich bei H&M fündig geworden. Da wir ja mit einer Winterhochzeit gerechnet hatten, fanden wir Samt mega passend. Die Farbe gefiel mir auch auf Anhieb, hatte ich bisher noch nicht so gesehen. Ich hab die Knöpfe vom Anzug dann durch goldene ersetzt, in stundenlanger Friemelarbeit. Es waren schließlich ca. 10 Stück 😉 Die Knöpfe kamen übrigens alls von meiner Schwiegermutter, die eine Schatzkiste zuhause hat. Voller alter Knöpfe in allen Farben und Formen. Übrigens: Bevor wir den Anzug hatten, haben wir die Weste gekauft. Macht man ja sonst auch eigentlich anders, aber die fanden wir direkt schön, obwohl weder Felix noch ich Westen vorher jemals schön fanden. Das größte „Problem“ war eigentlich das Hemd von Felix. Kaum zu glauben. Aber er hatte dann letzlich ein altes Hemd an (ca. 15 Jahre alt), welches seine Mama passend und modern umgenäht hat. Es muss halt nicht immer neu sein. Ein Motto, welches uns ständig im Leben begleitet. Reccourcen schönen ist so wichtig und ich finds total schön, dass wir das auch zur Hochzeit umsetzen konnten.

5. Die goldenen Ticktes

Irgendwann haben wir uns ein Spaß daraus gemacht, dass unsere Hochzeit immer wieder verschoben wurde. Wir haben (mehr oder weniger) lustige Videos auf unserer Hochzeitshomepage hochgeladen und sind irgendwann damit angefangen, kl. Spiele zu starten, bei denen die Gäste ein goldenes Ticket gewinnen konnten. Wir wussten lange nicht, was unsere Gäste mit dem Gewinn überhaupt bekommen sollten,  haben uns dann aber irgendwann dazu entschlossen, die Gewinner der Tickets zuerst zum Buffet zu lassen. Ich fands so lustig, als das bei der Hochzeitsrede rauskam. Alle haben gelacht, vermutlich auch, weil einige sich schon auf ein echtes eigenes Tattoo eingestellt hatten =D.

6. Fliege und Einstecktuch

Felix Fliege habt ihr vielleicht auch schon bemerkt. Die haben wir beide selbst designt und dank Felix 3D Druckers selbst gedruckt. In der Fliege war auch noch ein Rätsel versteckt, welches die Gäste im Laufe des Abends lösen konnten und somit das letzte goldene Ticket erwerben konnten.

 

7. Trauzeugen

Ich sag wie´s ist: Ich hab noch nie den Sinn von Trauzeugen verstanden. Na klar helfen sie am Tag der Hochzeit, wo sie können. Aber sind wir mal ehrlich. 1. können alle auch ohne Trauzeugenstatus helfen und 2. will doch insgeheim niemand Trauzeuge sein, weil das einfach super anstrengend ist. Also wussten wir: Wir wollen das nicht und auch unseren Gästen nicht antun! Zum Glück muss man in Deutschland auch keine Trauzeugen mehr dabei haben, jedenfalls nicht für eine standesamtliche Hochzeit (kirchlich ist das glaub ich ne andere Sache). Das kam uns total zugute, denn siehe Abschnitt Standesamt.

Felix ist ein totaler Wortzerflücker. Also haben wir bei unserer freien Trauung das Wort „Trauzeuge“ wortwörtlich genommen und jeden zum Trauzeugen gemacht. Unterschrieben wurde auf einem Holzstück, welches jetzt in unserem Garten steht und eine schöne Erinnerung an unseren Tag ist. Und geholfen hat uns wirklich jeder. Sei es beim Aufbau, Abbau, in der Vorbereitung, beim Buffet oder oder. Wir können uns nicht oft genug für eure Hilfe bedanken! Ihr wart der Knaller!

8. Standesamt

Als wir wussten, dass wir im September heiraten werden, wollten wir bzw. ich plötzlich eine freie Trauung. Vorher war der Plan: Standesamt und feiern. Was ich nie wollte: Kleiner standesamtlich heiraten (mit Family Essen gehen-so, wie es halt die meisten machen) und dann nochmal die größere Feier. Ganz schnell und spontan haben wir uns dafür entschlossen, zu zweit, ganz intim, ohne Gäste, ohne, dass es jemand wusste, ohne schicke Kleidung und ohne Fotograf vor dem Amt „ja“ zu sagen. Wir haben uns dann auch für ein weniger schönes Standesamt entschieden (in Freren im Rathaus), weil ich einfach nichts mit meiner Arbeit in Verbindung bringen wollte (BTW: Ich liebe das Fürstenauer Standesamt), aber für uns war das reine Formalie. Wir hatten der Standesbeamtin gesagt, dass wir gerne nur unterschreiben wollen, ohne schnickschnack. Daraus wurde leider nichts. Wir haben einige Anekdoten gehört, die uns schmunzeln lassen haben und waren froh, als wir im Auto mit frisch gepresstem O-Saft anstoßen konnten. Unser Plan war es, dass wir die Hochzeit bis zur freien Trauung geheim halten. 9 Monate. Puh. Hat so semi gut geklappt. Nachdem wir uns den schönsten Tag gemacht haben, den wir uns nur vorstellen konnten, haben wir abends via Videoschalte unsere engsten Menschen überrascht. Und das haben wir sogar auf Video, so lustig, wie die Reaktionen waren. Einfach unbezahlbar! Übrigens: Das Stammbuch hab ich auch selbstgemacht und könnt ihr hier erwerben.

9. Freie Trauung

Standesamt war für uns also reine Formsache. Die freie Trauung war unsere Trauung. Die liebe Hannah hat uns getraut. Kennengelernt hab ich sie, als ich sie mal fotografiert hab und es hat sofort gepasst. Hannah hat uns sooo viel gefragt und daraus eine Traurede geschaffen, die uns zum lachen und zum weinen gebracht hat. Eine mega perfekte Mischung für uns. Wir sind total beseelt, dass die Trauung so wundervoll war. Danke Hannah! Was ich bei unserer Trauung besonders schön fand: Niemand unserer Gäste hatte uns vorher gesehen. Wir sind zur Musik reingeschritten und jeder Gast hat uns in diesem Moment zum ersten Mal gesehen. Gänsehaut pur, wenn ich drüber nachdenke.

 

10. Die Eheringe

Felix meinte schon immer: Ne, ich will keinen Ehering. Mein kl. Freigeist lässt sich wirklich ungern was aufzwängen. Aber ich kanns verstehen: Ringe können auch echt nervig sein. Ich hab dann aus Spaß gesagt, dass wir uns dann ja tattoowieren lassen können. Wohlbemerkt: Wir sind beide komplett untattowiert. Als er direkt zustimmte, war ich erstmal Baff. Aber ich fands cool und so beschlossen wir schon 2019, dass wir uns also tattoowieren lassen. Und zwar live, mitten unter unseren Gästen. Das Motiv ist der Buchstabe „G“ als Morsezeichen. G hat eine große Bedeutung für uns. Unsere ganzen Familienmitglieder tragen einen Nachnamen, der mit G beginnt, so dass wir uns schnell drauf einigen konnten. Das Tattoo war eines der größten Überraschungen für unsere Gäste, denn wir konnten es tatsächlich über 3 Jahre geheim halten. Wir hatten allerdings ein paar wenige Hinweise. So war in der Einladungskarte zb. auch schon ein Morsecode enthalten. Sowohl als Ratespiel für das Datum unseres Tages als auch im Wachsstempel als Familienlogo. Das Live-Tattoo und die ewig lange Geheimhaltung war auch definitv ein Punkt, der meine Aufregung getriggert hat. Direkt nach dem Ja-Wort hat Melissa mit dem Stechen begonnen. Eben wie bei einer normalen Ringübergabe. Nach dem Stechen wurde meine Aufregung deutlich weniger und ich konnte den Tag besser genießen.

 

11. Die Deko

Alles, was ihr auf den Bildern seht, habe ich mit meinen Liebsten selbst gemacht. Die Wimpelkette, die Tischkarten, die Fotowand, die Tischdeko, die vielen Orientteppiche… . Mal ganz abgesehen von den großen Dingen, wie die Fotobox oder die LED-Love-Buchstaben, die wir ja auch alle in mühevoller Handarbeit selbst gebaut haben und ja auch vermieten. Einen Tag vor unserer Hochzeit haben wir mit ca. 10 Personen 8 Stunden lang dekoriert. Es war krass viel. Vor allem, weil ich um 17 Uhr noch zum Arzt musste, weil ich eine Bindehautentzündung bekam. Ey, das sah so scheiße aus und ich hatte so Panik, dass es schlimmer wird!!! Ich hab mich aber auch mega unter Stress gesetzt: 7 Tage vor der Hochzeit bekam ich an meinen gesamten Beinen Ausschlag. Rote Pusteln. Das war Stress, den ich mir selbst gemacht hab. Und daher bin ich auch froh, dass ich nicht jedes Jahr heirate. Das war einfach viel zu aufregend für mich. und umso froher bin ich, dass dann am Tag der Hochzeit alles geklappt hat.

12. Die Blumendeko

Jetzt müssen alle Floristen stark sein: Ich habe nicht einen Cent für meine Blumendeko ausgegeben. Und das hat uns mega viel Geld gespart. Ich hab da einfach nicht so viel für übrig. Ich hab in der Coronazeit immer mal wieder Pampas-Gras gesammelt, der sich schon auf dem Dachboden gestapelt hatte und war mit dieser einzigen „Blumendeko“ mehr als zufrieden.

13. Brautstrauß & Blumenstecker

Meine Schwimu hat uns wirklich bei sehr vielen Dingen geholfen. Sie ist auch total kreativ und kann einfach alles umsetzen, was ich nicht kann. Da ergänzen wir uns echt perfekt. Ich bin so dankbar, dass sie meinen Brautstrauß selbst gemacht hat. Ich hab wirklich noch bei keiner Braut einen schöneren gesehen. Und zu wissen, dass alle Blumen aus dem eigenen Garten bzw. der Natur kamen und er von ihr ist, macht es nur noch schöner. Auch Felix Einsteckblümchen hat sie selbst gemacht. Ist das nicht der Wahnsinn? Übrigens: Sie hat mir sogar zwei Sträuße gebunden, so dass ich mich am Tag der Hochzeit entscheiden konnte. Welche Braut kann sowas schon? Nach der Hochzeit hatte sie mir dann erzählt, dass ich mich für den „Restestrauß“ entschieden hatte. Der eigentliche Brautstrauß war der andere. Aber vielleicht musste es so sein. Er sah einfach so lässig aus. Das war genau richtig so =)

14. Namensschild & Tischdeko

Auch eine Sache, die mich auf vielen Hochzeiten beschäftigt hat, ist, warum auf jedem Platz ein Aushang zu sehen ist, was es zu Essen gibt. Wenn man zum Buffet geht, sieht man ja eh alles. Und jede Hochzeit ist so gut organisiert, dass man dort in Ruhe schauen kann. Für mich war direkt klar: Son Zettel brauch ich nicht! Als Zeitvertreib lesen sich das Menü vielleicht einige durch, aber in der Zeit konnten unsere Gäste ja malen 😉 Siehe Punkt 19: Gästebuch.

Da ich es selbst auch immer doof finde, wenn ich mir einen Platz als Gast erkämpfen muss, wollte ich auf Namensschilder nicht verzichten. Hier hab ich die Whatsappbilder der Gäste auf eine Holzscheibe gedruckt. Mit der Serviettentechnik. Super easy, dauert nur sehr lange. Anhand der Bilder konnten einige Gäste auch merken, wie lange wir schon in der Vorbereitungen steckten. Denn die Holzscheiben habe ich schon 2019 gebastelt. Ich hätte gerne noch auf der Rückseite den Namen als Morsecode gedruckt, aber die Idee ist mir leider zu spät eingefallen.

 

15. Der Hochzeitstanz

Was wir schon immer wussten: Wir wollen zwar einen Eröffnungstanz, aber einen, wo wir nicht zu sehr im Fokus stehen, weil das einfach nicht unser Ding ist. Und wir wollten unser neues Auto ja auch irgendwie noch bei unserer Hochzeit einbinden. Ich wär nie auf die Idee gekommen, aber bei einem Tesla kann man eine Musik-Light-Show starten. Der Tesla spielte also unser Eröffnungslied und nutzte seine eigenen Lichter für die Lichteffekte. Davor haben wir dann im Wunderkerzenmeer unter freiem Himmel getanzt. Es war alles andere als perfekt. Ein grelles Licht von der Location nervte etwas und die Musik war zu leise, aber es was trotzdem cool und wir sind froh, dass wir es so gemacht haben.

16. Die Location

Wir haben uns für das Heimathaus Settrup  entschieden. Wichtig war uns, dass wir selbst dekorieren konnten und ganz frei in allem waren und vor allem, dass wir die freie Trauung auch vor Ort machen konnten. Mein Traum war immer, draußen getraut zu werden. Aber selbst wenn es geregnet hätte, hätten wir drinnen eine Ausweichmöglichkeit gehabt. Apropos Regen:

17. Das Wetter

Ich hab mich so verrückt gemacht: Ca. einen Monat vor der Hochzeit fing ich an, täglich 2-3 mal in meine Wetterapp zu gucken. Auch, wenn ich all meinen Brautpaaren davon immer abgeraten hatte. Seit Corona funktionieren diese Apps eh nicht mehr und so lange im Vorraus sowieso nicht. Und was war das Ende vom Lied: Jeden verdammten Tag hat die App Regen angezeigt, 80-90% Regenwahrscheinlichkeit. Deswegen vermutlich auch die Stresspusteln am Bein 😉 . Erst 4 Tage vor der Hochzeit wendete sich das Blatt und ich konnte es nicht glauben, als wir im Sonnenschein zur Trauung reinschritten. Übrigens: Schon am Morgen nach unserer Hochzeit hat es wie aus Eimern gegossen. Wir haben also glücklicherweise den besten Zeitpunkt erwischt.

18. Beschäftigung für die Gäste

Um unsere Gäste etwas zu unterhalten, haben wir neben einer Candybar, einer Wiskey-Bar (Danke nochmal an unsere lieben Freunde, die uns mit der Bar völlig überrascht haben!)und unserer Fotobox Klebe-Tattoos ausgelegt. Das war so lustig. Je später es wurde, je kreativer wurden die Körper beklebt. Außerdem haben wir noch ein kl. „Trinkspiel“ vorbereitet: Wir hatten einen digitalen Bilderrahmen aufgebaut, auf welchem neben unseren 1000000 Fotos immer mal wieder Sätze aufploppten wie zb. „Trinke, wenn du bunte Socken trägst“. Ich weiß allerdings bis heute nicht, ob das überhaupt jemand gespielt hat =D.

19. Gästebuch

Gästebücher sehe ich auf jeder Hochzeit. Sei es als wirkliches Buch, als Baum mit Fingerabdrücken, in Form von Poladoids oder Holzherzchen, die irgendwo reingesteckt werden. Sowas wollten wir nicht. Wir beide leben minimalistisch bzw. wollen es gerne werden, so dass sowas gar nicht für uns in Frage kommt. Wir haben unsere Gästen auch mehrfach gesagt, dass wir uns wirklich keine Geschenke wünschen, sondern nur Umschläge. Hat auch echt gut geklappt =). Naja zurück zum Gästebuch: Die Idee, dem Brautpaar etwas Gutes zu wünschen, fand ich schön. Und als ich über mein Hobby, die Malerei, nachgedacht habe, hab ich gemerkt: Ey, dass kann ich verbinden! Also haben wir uns eine günstige Papiertischdecke besorgt und Buntstifte auf die Tische gelegt, so dass jeder Gast malen konnte, wie er wollte. Nochmal Kind sein und kritzeln was das Zeug hält. Um den Teller, bis zum Nachbarn und zurück. Ganz frei. Wir hatten unsere Gäste dann darum gebeten, ihre Kunstwerke einfach abzufotografieren. Sie sind jetzt, zusammen mit allen anderen Bildern, in unserem Hochzeitsalbum verewigt und es sind so lustige, kreative und schöne Dinge entstanden.

20. Wer fotografiert denn die Hochzeitsfotografin und brauch man ein Video?

Logisch, dass ich als Hochzeitsfotografin auch meine Hochzeit professionell fotografiert haben möchte. Von Anfang bis Ende. Die erste Frage , die mir von jedem gestellt wurde, war: Wer macht denn bei dir Fotos? Das war die liebe Marina Welp. Viele kennen sie ja auch, denn sie wohnt in Osnabrück und ist auch viel in der Gegend unterwegs. Ich liebe jedes einzelne Bild so sehr, einfach krass. Und was viele gar nicht wissen: Ich liebe es genauso doll, Videos von Hochzeiten zu sehen. Und damit meine ich nicht diese epischen Trailer-Videos von irgendwelchen Influenzas;), sondern ganz echte Videos vom Tag. Einfach draufhalten.. Ca. 10 Tage vor unserer Hochzeit hat uns die Frau, die das übernehmen wollte, leider aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Aber das war unser Glück, denn im letzten Moment ist mir Jessica eingefallen. Ich kannte sie schon von anderen Projekten. Sie hat sowas zwar vorher noch nie gemacht, beginnt aber auch gerade damit zu fotografieren und kennt sich daher ein weing aus. Und ich muss sagen: Wenn ihr die Möglichkeit habt, eure Hochzeit filmen zu lassen: Macht es! Auf Video kommt einfach alles ganz anders rüber und es ist ein so schönes Erlebnis, die Hochzeit nochmal als Video sehen zu können. Jessica hat das auch so viel Spaß gemacht, dass wir in Zukunft weiter zusammen arbeiten. Also falls das hier gerade eine zukünftige Braut von mir liest, meldet euch doch gerne!

Damit das keiner falsch versteht: Foto ersetzt kein Video und Video ersetzt kein Foto. Beides ist so wertvoll!

Auf dem Bild erkennt ihr neben den beiden Powerfrauen auch noch Max, unseren Dj, der uns die Bude eingeheizt hat =)

21. Essen

Anfangs war unsere Idee, Pizza zu bestellen. Für 50 Leute rieten uns aber alle davon ab. Also haben wir uns für ein leckeres italienisches Catering entschieden. Ein richtig besonderes Buffet war geplant. Ich hatte mir notiert, dass ich mich 3 Monate vorher nochmal melden solle, wg. der Details. Also rief ich Mitte 22 an und hörte nur, wie die Stimme am anderen Ende sagte, dass der Laden wg. Corona dicht ist, für immer.

Klasse. Essen ist ja schon sehr wichtig. Unsere Zweitwahl war dann Wolke, wobei ich heute sagen würde: Besseres Essen hätten wir nicht bekommen können. Es war, im Vergleich zur Konkurrenz echt preiswert, super lecker und Wolke war auch noch super flexibel. Was Corona und damit die Schiebung anging, was die Gästezahl anging, und vor allem, was meine vegetarischen Wünsche anging. Echt top!

Was mir bei keinem Buffet gefällt, sind die Salate. Als Vegetariarin bedient man sich da nämlich super viel, so dass wir kurzerhand entschieden, unsere Gäste zu fragen. So entstand das bunteste Salatbuffet, was ich auf Hochzeiten je gesehen habe. Es war soooo geil, danke an alle nochmal!

22. Flitterwochen

Unsere Flitterwochen haben wir auf den Februar verschoben. Die Philippinen waren für ganze 4 Wochen unser Zuhause. Eine Reise, die ich so schnell gar nicht in Worte fassen kann. Es war ein unglaubliches bereicherndes Erlebnis und Abenteuer. Evtl. schreibe ich hierzu noch einen seperaten Blogartikel.

 

 

Fazit

Ich habe schon ungefähr 500 Hochzeiten fotografiert. Aber könnt ihr euch vorstellen, wie schwer es war, sich dann für eine eigene Hochzeit zu entscheiden? Ich sehe so viele tolle Details und konnte unmöglich alles bei meiner eigenen Hochzeit einbringen. Ich hätte mir den Tag aber nicht schöner vorstellen können. Wir haben von so vielen Seiten gehört, dass unsere Hochzeit was ganz besonderes war und es wäre auch egal, wenn es nicht so wäre: Für uns war sie das. Das aller wichtigste war aber: All unsere Gäste waren gesund und konnten mit uns feiern! Niemand war wegen Corona ans Bett gefesselt und wir konnten unter freiem Himmel bei Sonnenschein „JA“ zueinander sagen. So, wie wir es uns immer gewünscht hatten.

Eine Hochzeit zu planen macht definitiv super Spaß, wenn man selbst gerne plant und sich gerne mit Hochzeitsgedöns beschäftigt. Es gibt wohl keine Hochzeit, bei der nicht irgendwas schief geht. Man sollte also nie verzweifeln, denn irgendwie findet sich immer eine Lösung.

Wenn man selbst viel organisiert, ist das Ganze natürlich ein viel viel größeres Unterfangen, als wenn man alles machen lässt. Aber darurch wirds natürlich auch persönlicher.

Und obwohl ich schon soooo viele Hochzeiten erlebt habe, war ich so schrecklich nervös. Ich konnte kaum was essen und hätte niemals gedacht, dass es mir so geht. Es war aber auch ein schönes neues Gefühl, was ich so gar nicht mehr von Hochzeiten kannte.

Es war definitiv ein super anstrengender Tag, aber auch einer der schönsten Tage in meinem Leben.

Ganz wichtig ist mir am Ende zu sagen: Macht euer Ding. Ihr habt gesehen, dass man nicht alles so machen muss, wie man es kennt, sondern ganz frei und kreativ sein kann. So, wie man es am liebsten haben will.

Und für alle, die Angst haben, dass man danach in eine „Loch fällt“ (mein Mann hatte übrigens auch Angst, dass es bei mir so sei): Ich fühle das gar nicht. Ich bin so froh, dass wir die Hochzeit hinter und haben und dass wir uns jeden Tag die vielen Bilder und Erinnerungen ansehen ansehen können, die unser Zuhause jetzt schmücken. Das Leben geht weiter und ich bin dankbar, dass unsere Hochzeit einfach für uns so unfassbar schön war.